Mehrwert durch innovative Standortpartner-Projekte

Am Tag der ArbeitgeberInnen fand erstmals eine gemeinsam von WKO OÖ, AMS OÖ und Sozialministeriumservice, Landesstelle OÖ getragene Veranstaltung im Haus der Wirtschaft statt. Thema: Fachkräfte-Sicherung

Für Mag.a Brigitte Deu, Sozialministeriumservice, Landesstellenleiterin OÖ, kann dem enormer Fachkräftebedarf am Wirtschafsstandort OÖ durch folgende Maßnahmen begegnet werden:

Ungenutzte Potenziale heben
Derzeit sind in OÖ 33.800 Menschen arbeitslos gemeldet. Von diesen weisen 9.800 eine gesundheitliche Einschränkung auf oder haben eine dauerhafte Behinderung. Das ist ein gutes Drittel. Richtig eingesetzt, können diese 30 Prozent wertvolle Arbeitskräfte sein. Unternehmen, die dieses Potenzial erkennen und heben, können damit einen Teil ihres Fachkräftebedarfs decken. Diese Gruppe kann noch durch eine große Anzahl von Jugendlichen erweitert werden. Es handelt sich hier um Jugendliche, die am Lehrestellenmarkt derzeit nicht Fuß fassen, diesem aber grundsätzlich zur Verfügung stehen.

Anforderungsprofile und Qualifizierung
Um den Fachkräftebedarf durch arbeitslos gemeldete Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen sowie andererseits mit arbeitsmarktfernen Jugendlichen zu decken, gibt eszwei maßgebliche Stellschrauben: Oft kann bereits durch kleine Veränderungen des bestehenden Stellenprofiles und/oder der Anpassung des Arbeitsplatzes die notwendige Basis für die Arbeitsaufnahme einer erweiterten
Zielgruppe geschaffen werden. Zum anderen kann ein Fokus auf passgenaue Qualifizierungen gesetzt werden, um Eignungslücken zu schließen.

Beratung und Förderungen
Damit die Arbeitskräftepotenziale genutzt werden können, bietet das Sozialministeriumsservice Landesstelle Oberösterreich (SMS) speziell für Unternehmen entwickelte Beratungs-
angebote und finanzielle Förderungen.

Maßgeschneidertes Betriebsservice
Mit dem vom SMS innerhalb der "Koordinierungsstelle Arbeitsfähigkeit erhalten" eingerichteten Betriebsservice gibt es dazu ein auf Unternehmen abgestimmtes Beratungsangebot, das in
allen Fragestellungen der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung aus Unternehmenssicht begleiten kann. Das Betriebsservice begleitet von der Stellenauswahl und -beschreibung über das Recruiting, die Einrichtung des Arbeitsplatzes bis hin zur Auswahl passender Förderinstrumente. Dabei erhalten Unternehmen Zugriff auf alle aktuell dem oberösterreichischen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Personen mit Behinderung. Speziell geschulte Arbeitsassistenzen begleiten Arbeitssuchende beim Onboarding und Beschäftigte in bestehenden Arbeitsverhältnissen.

Kooperationsprojekt Chance²
Im Rahmen des Kooperationsprojekts Chance² bieten AMS und SMS dabei eine große Bandbreite von Förderinstrumenten. Kostenfreie Arbeitserprobungen sind unkompliziert möglich, damit sich die Unternehmen ein Bild machen können, ob die Personen zu ihnen passen.

Inklusionsförderung setzt finanzielle Anreize
Die neue Inklusionsförderung ermöglicht Unternehmen bei Neueinstellungen völlig unbürokratisch und schnell finanzielle Förderungen im Anschluss an eine Förderung des AMS für das erste Jahr der Beschäftigung zu bekommen. Diese können genutzt werden, den Arbeitsplatz so einzurichten, dass eine dauerhafte Arbeitsfähigkeit geben ist. Ein weiterer Nutzen für die Unternehmen kann sich auch durch Entfall von allfälligen
Ausgleichstaxzahlungen und Lohnabgaben ergeben. Insgesamt um Jugendliche, die am Lehrestellenmarkt derzeit nicht Fuß fassen, diesem aber grundsätzlich zur Verfügung stehen.

Bewährte Förderinstrumente nutzen
Zusätzlich können Unternehmen auf bewährte Instrumente zurückgreifen. Dies sind beispielsweise finanzielle Förderungen zur Adaptierung von Arbeitsplätzen, bei der Herstellung von baulicher, technischer oder auch kommunikativer Barrierefreiheit sowie zur Wiedereingliederung bei langen Krankenständen. Diese Instrumente werden laufend aktualisiert und den Bedarfen der Unternehmen angepasst.

Förderprogramm für Jugendliche
Ein weiterer Baustein zur Deckung des Fachkräftebedarfs sind spezielle Förderprogramme für arbeitsmarktferne Jugendliche im Rahmen der Ausbildungspflicht für Jugendliche bis 18 Jahre. Diese Programme setzten bereits in der Schule an, um Jugendliche so derart zu qualifizieren, dass der Beginn und der Abschluss einer Lehrausbildung möglich wird. Dabei bildet das Jugendcoaching die (Erst)Anlaufstelle mit
Auswahl passender Unterstützungsangebote für die abschließende Vermittlung der Jugendlichen in den primären Arbeitsmarkt. Im Jahr 2019 wird mit mindestens 7.500 Teilnahmen gerechnet. So erfolgt beispielsweise die Vorbereitung von 750 arbeitsmarktfernen Jugendlichen auf Lehrausbildungen im Jahr 2019 in Produktionsschulen. Unternehmen, die sich für ein Lehrverhältnis entscheiden können, bekommen dabei kompetente Unterstützung. Die Berufsausbildungsassistenz wird 2019 rund 3.600 Jugendliche bei der Absolvierung von verlängerten Lehren und Teilqualifizierungen unterstützen. Zur Erlangung und Sicherung von Arbeitsplätzen für Jugendliche werden Begleitungen durch die Jugendarbeitsassistenz zur Verfügung gestellt. Zusätzlich werden persönliche Assistenz am Arbeitsplatz und Förderungen zur barrierefreien Arbeits-
platzgestaltung angeboten.

 

"Bei der Suche nach Fachkräften bzw. künftigen Fachkräften sollten Unternehmen ihren Suchradius ausweiten", rät AMS-OÖ-Chef Gerhard Straßer. Diese Meinung vertritt auch die Landesstellenleiterin vom Sozialministeriumservice OÖ, Brigitte Deu: "Neben erfahrenen Kräften im Haupterwerbsalter sollte auch die Rekrutierung von älteren Personen oder von Jugendlichen in überbetrieblichen Lehrausbildungen in Erwägung gezogen werden."

Weitere Maßnahmen die Fachkräfte-Sicherung voranzutreiben präsentierten Dr. Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Mag.a Doris Hummer, Präsidentin der WKO Oberösterreich und Gerhard Straßer, Geschäftsführer AMS Oberösterreich.

Mehr Infos auf www.wko.at/ooe und www.sozialministeriumservice.at